Website-Praxis
Vereinswebsite: Was kostet sie wirklich?
Geld und Ehrenamtsstunden auf ein Jahr gerechnet: mit Rechenbeispielen, vergessenen Kostenposten und einer Vorlage für die Vorstandssitzung.

Eine Vereinswebsite kostet zwei Dinge: einen meist überschaubaren Geldbetrag für Domain, Hosting und Erstellung und deutlich mehr Zeit für die Pflege. Wer „wirklich“ rechnet, legt beides auf ein Jahr um, und zwar alle Posten, auch die unbezahlten.
Dieser Beitrag zeigt die Rechnung Schritt für Schritt. Preise von Anbietern nennen wir bewusst nicht, weil sie sich ändern und vom Umfang abhängen. Die Rechenbeispiele arbeiten mit runden, angenommenen Werten, die Sie durch Ihre eigenen ersetzen. Eine ausführliche Erklärung jedes Kostenfaktors finden Sie auf der Seite Was kostet eine Vereinswebsite?.
Die fünf Posten einer Vereinswebsite
- Domain: die Adresse Ihrer Website, etwa der Vereinsname mit der Endung „.de“. Sie kostet laufend, meist jährlich.
- Hosting: Speicherplatz und Technik, damit die Website erreichbar ist. Ebenfalls laufend, monatlich oder jährlich.
- Erstellung: Aufbau, Gestaltung und erste Inhalte. Meist einmalig, bei größeren Umbauten erneut.
- Technische Pflege: Updates und Sicherheit. Je nach Weg im Paket enthalten, extra bezahlt oder von Ehrenamtlichen erledigt.
- Zeit der Ehrenamtlichen: Termine, Berichte, Fotos, Durchsicht nach jeder Wahl. Laufend und oft der größte Posten.
Die ersten vier Posten stehen auf einer Rechnung. Der fünfte nicht, deshalb wird er bei Entscheidungen im Vorstand häufig übersehen.
Die Jahresrechnung: alles auf zwölf Monate umlegen
Um Angebote vergleichen zu können, rechnen Sie alle Geldbeträge auf ein Jahr um. Die Formel ist einfach:
Jahreskosten = laufende Kosten pro Monat × 12 + einmalige Kosten ÷ geplante Nutzungsdauer in Jahren
Rechenbeispiel mit angenommenen Werten
- Domain und Hosting zusammen: angenommen 8 € pro Monat, also 8 € × 12 = 96 € pro Jahr.
- Erstellung: angenommen 900 € einmalig, verteilt auf 5 Jahre, also 180 € pro Jahr.
- Technische Pflege: im Paket enthalten, also 0 €.
Summe: 276 € pro Jahr, das sind 23 € pro Monat. Bei 150 Mitgliedern entspricht das 1,84 € pro Mitglied und Jahr.
Diese Werte sind keine Marktpreise und keine Preise von Cortexion, sondern runde Annahmen, damit die Rechnung nachvollziehbar bleibt. Die Umrechnung pro Mitglied ist für die Mitgliederversammlung oft anschaulicher als ein Gesamtbetrag.
Achten Sie bei der Nutzungsdauer auf Ehrlichkeit: Wird die Website nach drei statt fünf Jahren neu gebaut, steigt der Jahresanteil der Erstellung im Beispiel von 180 € auf 300 €.
Zwei Angebote vergleichen
- Angebot A: kein Einmalbetrag, angenommen 25 € pro Monat für alles. Jahreskosten: 25 € × 12 = 300 €.
- Angebot B: angenommen 900 € einmalig und 8 € pro Monat. Bei 5 Jahren Nutzung: 180 € + 96 € = 276 € pro Jahr. Bei 3 Jahren: 300 € + 96 € = 396 € pro Jahr.
Welches Angebot günstiger ist, hängt also davon ab, wie lange Sie die Website nutzen. Bei kurzer Nutzung gewinnt A, bei langer B.
Der größte Posten: die Zeit
Viele Vereine bezahlen ihre Website weniger mit Geld als mit Freizeit. Der Pflege-Rechner schätzt diesen Aufwand. Mit seinen Voreinstellungen, also 6 Terminen, 2 Berichten und 3 kleinen Änderungen im Monat, gelegentlichen technischen Updates und einer jährlichen Durchsicht von 3 Stunden, kommen 225 Minuten im Monat zusammen. Das sind rund 45 Stunden im Jahr, mehr als fünf Arbeitstage zu je 8 Stunden.
So sinkt der Zeitaufwand
- Ausgangslage mit den Voreinstellungen: 225 Minuten im Monat, rund 45 Stunden im Jahr.
- Der Anbieter übernimmt die technische Pflege: 60 Minuten weniger, also 165 Minuten im Monat und 33 Stunden im Jahr.
- Zusätzlich ein Bericht statt zwei pro Monat: weitere 45 Minuten weniger, also 120 Minuten im Monat und 24 Stunden im Jahr.
Beide Änderungen zusammen sparen 21 von 45 Stunden, knapp die Hälfte.
Tragen Sie die Stunden in die Jahresrechnung ein, ohne sie in Euro umzurechnen. „276 € und 45 Stunden im Jahr“ ist für den Vorstand eine ehrlichere Angabe als „276 € im Jahr“. So wird sichtbar, wie viel Ehrenamt die Website bindet, und wer zusagt, die Pflege zu übernehmen, weiß, worauf er oder sie sich einlässt.
Die Zeit lässt sich nicht nur verringern, sondern auch verteilen. Wie das gelingt, beschreibt der Beitrag Vereinswebsite im Team pflegen.
Wege zur Vereinswebsite im Vergleich
Die Wege unterscheiden sich vor allem darin, wer wie viel Zeit aufwendet und wer die Seite später ändern kann. Die Tabelle beschreibt typische Unterschiede, keine festen Preise:
| Weg | Geld | Zeit des Vereins | Prüffrage |
|---|---|---|---|
| Ein Mitglied baut selbst | meist nur Domain und Hosting | hoch beim Aufbau und bei Updates | Wer übernimmt, wenn die Person aufhört? |
| Baukasten | monatlicher Tarif | mittel, Gestaltung und Texte selbst | Eigene Domain, Werbung, Export der Inhalte? |
| Agentur | größerer Einmalbetrag, Pflege oft extra | gering beim Aufbau, Änderungen über die Agentur | Was kostet eine einzelne Änderung? |
| Entwurf per Chat | nach Angebot; bei Cortexion ist der erste Entwurf gratis | Verein beschreiben, Entwurf prüfen, Änderungen in eigenen Worten | Sind Impressum und Datenschutz mit den Vereinsdaten ergänzt? |
Kein Weg ist für jeden Verein der richtige. Ein Verein mit einem technisch erfahrenen Mitglied, das langfristig bleibt, braucht andere Lösungen als ein Förderverein, dessen Vorstand alle zwei Jahre wechselt.
Kosten, die oft vergessen werden
- Bildrechte: Fotos von Fotografinnen und Fotografen oder aus Bildarchiven brauchen Nutzungsrechte (§ 72 UrhG), Fotos von Personen zusätzlich deren Einwilligung (§ 22 KUG).
- E-Mail-Postfächer: Funktionsadressen für Vorstand, Jugend oder Kasse sind nicht in jedem Paket enthalten.
- Formulare und Zahlungen: Online-Anmeldungen oder Spendenfunktionen über einen Zahlungsanbieter können Gebühren verursachen.
- Rechtliche Prüfung: Wer Impressum und Datenschutzerklärung von einer Fachperson prüfen lässt, sollte das einplanen. Fragen Sie auch bei Ihrem Dachverband nach, welche Unterstützung er anbietet.
- Auftragsverarbeitung: Anbieter, die personenbezogene Daten für Sie verarbeiten, brauchen einen Vertrag nach Artikel 28 DSGVO. Das kostet meist kein Geld, aber Zeit für Prüfung und Ablage.
- Wechsel des Anbieters: Umzug der Domain, Übertragung der Inhalte und eine Übergangszeit mit doppelten Kosten.
So bereiten Sie die Entscheidung im Vorstand vor
Eine Seite genügt als Vorlage für die Vorstandssitzung. Sie macht Geld und Zeit vergleichbar und verhindert, dass nur über den Rechnungsbetrag gesprochen wird:
- Ziel: In drei Sätzen, wofür die Website da ist, etwa neue Mitglieder gewinnen, Termine zeigen, Sponsoren informieren.
- Geld: die Jahresrechnung für jeden geprüften Weg, mit der angenommenen Nutzungsdauer.
- Zeit: der geschätzte Aufwand pro Monat aus dem Pflege-Rechner und wer ihn trägt.
- Verträge: Vertragspartner ist der Verein, Laufzeit, Kündigungsfrist, Eigentum an Domain und Inhalten.
- Pflichtangaben: wer Impressum und Datenschutzerklärung erstellt und nach jeder Wahl prüft.
Beschließen Sie danach einen Betrag für einen festen Zeitraum, etwa für zwei Jahre, und prüfen Sie zum Ende des Zeitraums, ob Geld und Zeit so angefallen sind wie geplant.
Merke: Die günstigste Website ist die, die Ihr Team ohne Überlastung aktuell hält. Ein niedriger Rechnungsbetrag hilft wenig, wenn die Pflege an einer einzigen Person hängt.
Checkliste: Kosten der Vereinswebsite prüfen
- Alle laufenden Kosten sind auf ein Jahr umgerechnet.
- Einmalige Kosten sind auf die geplante Nutzungsdauer verteilt.
- Der Zeitaufwand der Ehrenamtlichen ist geschätzt, zum Beispiel mit dem Pflege-Rechner.
- Domain und Verträge laufen auf den Verein.
- Laufzeiten und Kündigungsfristen sind notiert.
- Es ist geklärt, wer die technische Pflege übernimmt.
- Für Anbieter, die personenbezogene Daten verarbeiten, liegt ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung vor.
- Bildrechte und Einwilligungen für Fotos sind geklärt.
- Der Vorstand hat eine Vorlage mit Geld, Zeit und Zuständigkeiten erhalten.
Häufige Fragen
Was kostet eine Vereinswebsite bei Cortexion?
Das klären Sie direkt über Ihre Anfrage. Der erste Entwurf ist gratis. Auf dieser Website nennen wir bewusst keine Preise, weil der Umfang von Verein zu Verein verschieden ist.
Lohnt sich ein kostenloses Angebot mit Werbung?
Prüfen Sie drei Fragen: Passt die eingeblendete Werbung zu Ihrem Verein, ist eine eigene Domain möglich, und können Sie Texte und Bilder bei einem Wechsel mitnehmen? Ein Angebot ohne Geldbetrag kann trotzdem Zeit kosten, wenn es schwer zu bedienen ist.
Wie viel Zeit sollten wir für die Pflege einplanen?
Das hängt von Terminen, Berichten und der Technik ab. Mit den Voreinstellungen des Pflege-Rechners kommen 225 Minuten im Monat zusammen, also rund 45 Stunden im Jahr. Setzen Sie im Rechner Ihre eigenen Werte ein.
Wem sollte die Domain gehören?
Dem Verein. Läuft die Domain auf eine Privatperson, wird sie bei einem Wechsel im Vorstand oder einem Austritt schnell zum Problem. Hinterlegen Sie die Zugangsdaten so, dass mindestens zwei Vorstandsmitglieder sie kennen.
Was passiert mit den Verträgen nach einem Vorstandswechsel?
Verträge, die der Verein abgeschlossen hat, laufen weiter. Übergeben Sie Zugangsdaten, Rechnungen und Kündigungsfristen an den neuen Vorstand und ändern Sie die Kontaktadresse beim Anbieter, wenn sie auf eine ausgeschiedene Person zeigt.
Quellen und Stand
Stand der rechtlichen Angaben: . Gesetze und ihre Auslegung ändern sich; prüfen Sie die verlinkten Fassungen.
- Art. 28 DSGVO: Auftragsverarbeiter – EUR-Lex
- § 22 KUG: Recht am eigenen Bild
- § 72 UrhG: Schutz von Lichtbildern
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit wenden Sie sich an Ihren Dachverband, eine Beratungsstelle oder eine Rechtsanwältin beziehungsweise einen Rechtsanwalt.
Passende Werkzeuge und Seiten
- Pflege-Rechner Zeitaufwand für Termine, Berichte und Technik pro Monat und Person schätzen.
- Die Kostenfaktoren im Überblick Domain, Hosting, Erstellung, Pflege und Zeit ausführlich erklärt.
- Vereinswebsite im Team pflegen Den Aufwand auf mehrere Ehrenamtliche verteilen.
- Checkliste Pflichtangaben Impressum, Datenschutz und Fotos von Anfang an mitplanen.
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